Ladungssicherung im Urlaub: Auto und Wohnmobil niemals überladen!

Endlich Ferien! Viele Menschen und Familien machen sich jetzt mit dem Auto, Wohnmobil oder Wohnwagen auf den Weg in die schönste Zeit des Jahres – die aber schnell wieder zu Ende sein kann. Denn viele beladen ihre Fahrzeuge bis zum Anschlag, vergessen dabei die Sicherheit oder nehmen sie zumindest auf die leichte Schulter. Aber wollen wir nicht gerade uns und unsere Liebsten bestmöglich schützen? Umso wichtiger ist die richtige Ladungssicherung im Urlaub.

Ladungssicherung im Urlaub / auf Überladung beim Pkw achten
Viele beladen ihr Fahrzeug bis zum Anschlag und vergessen dabei die Themen Sicherheit und Überladung. (Bild: Max Krieg)

Die meisten haben schon einmal die eindringlichen Videos von ADAC & Co. gesehen, die zeigen, wie Koffer selbst bei geringen Geschwindigkeiten zu lebensgefährlichen Geschossen werden und bis nach vorne fliegen. Viele wiegen sich dann in der Sicherheit, dass sie selbst ja immer vorsichtig fahren und deshalb nichts passieren kann. Dieser Annahme begegne ich stets mit der alten Weisheit: Man muss im Straßenverkehr leider immer auch mit den Fehlern und der „Dummheit“ der anderen rechnen.

Keine Ladungssicherung im Urlaub? Überladung ist ein großes Problem

Gerade Wohnmobilisten versuchen verständlicherweise, möglichst viel in ihren Fahrzeugen unterzubringen – und das Gewicht läppert sich unbemerkt nach oben. Schon beim Kauf wird oft nicht darauf geachtet, wie viel Gewicht eigentlich real zugeladen werden darf. Wer nicht aufpasst, erwischt ein Fahrzeug mit einer mageren Zuladungsgrenze von gerade einmal 250 kg. Wenn dann die Familie einsteigt, die Wassertanks gefüllt sind, Getränke, Vorräte und das restliche Zubehör verstaut sind, ist das Fahrzeug oft schon überladen.

Wie viel darf mein Wohnmobil oder Pkw zuladen?

Ein Blick in die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) schafft Klarheit: Die zulässige Gesamtmasse abzüglich des Leergewichts ergibt die zulässige Zuladung. Bei Überladung drohen in Deutschland Bußgelder ab 95 € und ein Punkt im Fahreignungsregister in Flensburg.

Ist mein Führerschein überhaupt noch gültig?

Was vielen absolut nicht bewusst ist: Neben einem saftigen Bußgeld kann bei Überladung schnell das Thema „Fahren ohne Fahrerlaubnis“ relevant werden. Wenn ein Wohnmobil beispielsweise für eine zulässige Gesamtmasse (zGm) von 3,5 Tonnen zugelassen ist, aber durch die Überladung im tatsächlichen Betrieb weit darüber liegt, greift die Führerschein-Klasse B unter Umständen nicht mehr. Das Fahrzeug darf in diesem Zustand rechtlich nicht mehr bewegt werden – ein Straftatbestand!

Gilt die StVO zur Ladungssicherung auch privat?

➡ § 22 der Straßenverkehrsordnung (StVO) schreibt unmissverständlich vor, dass Ladung gegen Verrutschen, Umkippen, Herunterfallen und vermeidbaren Lärm gesichert sein muss. Und zwar bei allen üblichen Fahrzuständen – also auch bei einer plötzlichen Vollbremsung, schlechter Wegstrecke oder unvorhergesehenen Ausweichmanövern. Dies gilt ausnahmslos im privaten Bereich und somit auch auf dem Weg in den Urlaub.

Das bedeutet konkret: Schweres Gerät muss festgezurrt werden, und die Alltagsdinge in den Schränken des Wohnmobils gehören gesichert. Wer kennt es nicht, dass nach der Fahrt im Innenraum Dinge herumliegen, die eigentlich sicher auf dem Tisch oder in der Ablage standen?

Welche Strafe droht bei ungesicherter Ladung?

Gerade im privaten Umfeld machen sich die wenigsten Gedanken über Ladungssicherung im Urlaub. Werden hier Verstöße festgestellt, schlägt das mit 60 bis 80 € Bußgeld und 1 Punkt in Flensburg zu Buche. Richtig teuer wird es bei Gefahrgut: Werden beispielsweise Gasflaschen ungesichert transportiert, droht ein Bußgeld von bis zu 500 € inklusive 1 Punkt.

Vorsicht ist auch bei Fahrradträgern am Heck geboten: Beachten Sie unbedingt die maximale Stützlast der Anhängerkupplung sowie die Nutzlast des Trägers selbst. Und wenn die schweren Akkus von E-Bikes während der Fahrt im Kofferraum transportiert werden, greift auch hier das Thema Ladungssicherung und Gefahrgutrecht.

Kontrollen zur Ferienzeit

Gerade zu Beginn der Reisewelle führen die Behörden auf den Hauptautobahnen regelmäßige und gezielte Großkontrollen durch. Für so manche Familie ist der Urlaub leider schon an der ersten Raststätte wieder vorbei, weil die Weiterfahrt wegen mangelnder Ladungssicherung oder massiver Überladung untersagt wird.

Fazit

Auch wenn nun die Zeit der Entspannung und Erholung beginnt: Nehmen Sie sich vor der Abfahrt die halbe Stunde Zeit, um die Ladung ordentlich zu sichern und das Gewicht zu prüfen. Bedenken Sie auch: Im europäischen Ausland sind die Bußgelder und Strafen für diese Vergehen zumeist drastisch höher als bei uns in Deutschland!

Ihnen einen schönen, unbeschwerten Urlaub – und kommen Sie sicher an Ihr Ziel!

 


Übrigens: Geballtes Wissen zu Ladungssicherung erfahren die Teilnehmenden unserer Seminare. Schauen Sie hier in den ➡ Überblick zu unseren aktuellen Lasi-Schulungen – und die Termine der Seminare, die in diesem Jahr noch folgen. Auch zu den Themen Gefahrgut, Qualitätsmanagement, Verkehrsleiter etc. gibt es regelmäßig spannende Weiterbildungsangebote.

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Zuletzt aktualisiert:

8. Juli 2026

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Zertifizierter Sachverständiger und Ausbilder für Ladungssicherung

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